Lkw-Vortrag: Auf dem Weg zum CO2-neutralen Transport

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September, 2021. Ende Juni hat Mercedes-Benz Lkw die Weltpremiere seines batterieelektrischen eActros für den schweren Verteilerverkehr gefeiert. Mit dem ersten elektrischen Serien-Lkw mit Stern läutet der Hersteller eine neue Ära ein und unterstreicht sein klares Bekenntnis zum CO2-neutralen Straßengüterverkehr. Doch wie soll die Zukunft der nachhaltigen Mobilität im Lkw-Verkehr aussehen? Darüber informierte ROSIER seine Kunden gemeinsam mit der Daimler Truck AG im Rahmen eines ersten digitalen Lkw-Unternehmerabends.

Das Interesse am Thema war groß: Knapp 40 online zugeschaltete Teilnehmer konnte ROSIER Vertriebsdirektor Reinhard Weber zum Vortrag begrüßen, darunter Kunden aller ROSIER Niederlassungen aus den Regionen Sauerland, Paderborner Land, Braunschweig/Harz und Stendal. Christian Lazik, Product Manager "Future Mobility" von Mercedes-Benz Trucks Germany, informierte aus erster Hand über die Technologiestrategie des Konzerns, wonach in Europa bis 2039 alle Neufahrzeuge der Daimler Truck AG CO2-neutral sein sollen. Dabei orientiert sich der Hersteller auch an den Vorgaben der EU-Kommission, wonach die CO2-Emissionen neuer Lkw bis zum Jahre 2030 um 30 Prozent gegenüber 2019 reduziert werden sollen sowie an dem Klimaschutzplan 2050, der eine Reduktion der CO2-Emission im Verkehrssektor um 90 Prozent bis zum Jahr 2050 gegenüber 1990 als Ziel gesetzt hat.

Vor dem Hintergrund der technologischen Neuerungen warf Christian Lazik in seinem Vortrag einen Blick auf die praxisgeprüften Einsatzmöglichkeiten von schweren Nutzfahrzeugen mit elektrischen Antrieben sowie Fahrzeugen mit Brennstoffzellen Antrieb und ging dabei sowohl auf den schweren Verteilerverkehr als auch auf den batterie- und wasserstoffbetriebenen Fernverkehr ein. Neben dem FUSO eCanter als einem der ersten vollelektrischen Lkw in Serienproduktion sowie dem Sonderfahrzeug Mercedes-Benz Econic für den Müllsammelbetrieb stellte Christian Lazik vor allem auch den neuen batterieelektrischen eActros vor. Nach erfolgreichen Praxistests wird das neue Elektro-Flaggschiff von Mercedes-Benz ebenfalls in Kürze in die Serienproduktion gehen. Die Markteinführung ist für 2022 geplant. Dank drei bzw. vier Batteriepaketen erzielt der neue eActros Reichweiten* von bis zu 300 km1 (eActros 300) bzw. 400 km1 (eActros 400). Zusätzlich machen ihn seine schnellen Ladezeiten* (1:15 h bzw. 1:40 h)2 vor allem für den lokalen bzw. regionalen Verteilerverkehr interessant. 2024 soll dann auch der eActros Fernverkehr mit einer Reichweite bis zu 500 km* in die Serienproduktion gehen. Hierzu plant die Daimler Truck AG bereits jetzt den Ausbau der Ladeinfrastruktur, insbesondere durch den Aufbau eines europäischen Hochleistungsladenetzes für schwere Lkw.

Aufbau eines privaten Ladedepots

Aufgrund der aktuell noch limitierten Infrastruktur für Gelegenheits- bzw. öffentliches Laden, werde der Hauptfokus für den eTruck-Betrieb in der ersten Phase auf dem so genannten Depotladen am eigenen Betrieb liegen, so Christian Lazik. Verschiedene Lademöglichkeiten, etwa das Übernachtladen im privaten Depot in einem Ladevorgang oder das kombinierte Übernachtladen und Laden während der Mittagspause sowie das Laden im kontinuierlichen Betrieb an verschiedenen Depots wurde hier aufgezeigt.

Doch wie viel Energie benötigt eine solche Fahrzeugflotte? Ist die aktuelle Stromversorgung am Betrieb ausreichend, welche Ladeinfrastruktur wird benötigt und welche Installationskosten, ggf. auch unter Berücksichtigung öffentlicher Förderungen, kommen hier auf das Unternehmen zu? Diese und viele weitere Detailfragen beantwortete Referent Christian Lazik dem interessierten Publikum - auch mit Blick auf das Zukunftmodell der Daimler Truck AG, dem Brennstolffzellen betriebenen GenH2 für den Fernverkehr mit geplanten 1.000 km Reichweite, der 2023 in die Erprobung und 2027 in die Serienproduktion gehen soll. Anspruchsvolle Tests für 1,2 Mio. Kilometer Laufleistung, zehn Betriebsjahre, 25.000 Betriebsstunden und bis zu 25 t Zuladung werden bereits durchgeführt, dem noch in diesem Jahr weitere Tests auf öffentlichen Straßen folgen sollen.

Wie sieht also die Zukunft des CO2-neutralen Lkw-Verkehrs aus?: "Ganz klar bereits in naher Zukunft batterieelektrisch und in einem späteren Schritt dann auch wasserstroffbetrieben", fasste ROSIER Verkaufsdirektor Reinhard Weber den Tenor des Abends zusammen. "Und wir freuen uns natürlich, dass wir mit diesem Vortrag schon heute einen Beitrag dazu leisten können, unseren Kunden wichtige Informationen mit an die Hand zu geben, um den Aufbau einer CO2-neutralen Flotte frühzeitig zu planen."

 

*Die Reichweiten und Ladezeiten sind von besonderen Bedingungen abhängig, z. B. dem Einsatzprofil des Fahrzeugs (Aufbau, Beladung, Einsatzgebiet, Außentemperatur).

1 Die Reichweite wurde unter optimalen Bedingungen, u.a. mit 3 bzw. 4 Batteriepaketen nach Vorkonditionierung im teilbeladenen Verteilerverkehr ohne Anhänger bei 20°C Außentemperatur, intern ermittelt.

2 Der eActros kann mit bis zu 160 kW geladen werden: Die drei Batteriepakete benötigen basierend auf intern ermittelten Erfahrungswerten unter optimalen Bedingungen, unter anderem bei einer Umgebungstemperatur von 20°C an einer üblichen DC-Schnellladesäule mit 400 A Ladestrom etwas mehr als eine Stunde, um von 20 auf 80% geladen zu werden.

 

 

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